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Deutsch : Bericht des Miviludes 2007

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Bericht des Miviludes 2007

Einführung

Der Erlass, mit dem der interministerielle Ausschuss zur Überwachung und Bekämpfung von gefährlichen Entwicklungen bei Sekten eingeführt wurde, besagt, dass dessen Vorsitzender dem Premierminister jedes Jahr einen Bericht vorlegen muss.

Dieses Dokument ist der fünfte Bericht seit der Einrichtung des Ausschusses im Dezember 2002.

In den zwei ersten Dokumenten hat er, chronologisch aufgezählt, erst den Schwerpunkt auf das Sektenrisiko, dann auf gefährliche Entwicklung bei Sekten gelegt, im Bemühen, sein Tätigkeitsfeld deutlich zu definieren und die Natur der Risiken sowie die Art, an diese Tatsachen in strikter Einhaltung des Rechtsstaates heranzugehen, genauer darzulegen, für das Parlament, das die Tätigkeiten des Ausschusses aufmerksam verfolgt und für die Bürger, die vom Staat erwarten, gegen diese als besonders unzulässig empfundene Gefahr geschützt zu werden.

In seinem dritten Bericht setzte der Ausschuss, unter Anführung einiger Beispiele, den Schwerpunkt auf vier Bereiche, welche angesichts der potentiellen Opfer eine verschärfte Überwachung und eine vollständige Information der Verantwortlichen in Politik und Verwaltung begründete : Angriffe auf Minderjährige, Sektenbewegungen im Bereich des Gesundheitswesens im weitesten Sinne, Risiko der Unterwanderung des Wirtschaftsapparats und Infiltration in einem in Sachen Image viel versprechenden Sektor, der humanitären Hilfe.

Man hat sich letztes Jahr dazu entschlossen, neue Themen anzugehen, welche die Entwicklung der Sektenlandschaft genauestens beleuchten und die tagtägliche Anpassungsfähigkeit der bezeichneten Organisationen und ihrer Anführer widerspiegeln. Es ging für den MIVILUDES nicht darum irgendjemanden a priori zu stigmatisieren, sondern seine Aufgabe der Überwachung voll wahrzunehmen, das Risiko zu analysieren und objektiv die Entwicklung der Gefahren zu beleuchten. In der Tat, jedes Mal, wenn der Staat sich rüstet, um einem bestimmten Risiko die Stirn zu bieten, passen sich Sektenbewegungen schnell an, umgehen Gesetzestexte, erfinden neue Herangehensweisen oder erschließen neue Bereiche.

Eben diese Auffassung der Aufgaben und Pflichten des MIVILUDES galt als Leitlinie bei der Erstellung des vorliegenden Berichts. Er wurde unter der Kontrolle und mit vollem Einverständnis seines Orientierungsrates erarbeitet.

Der Schwerpunkt der auf diesen Seiten festgehaltenen Arbeit wird auf eine notwendige Wiederholung der geltenden Gesetzte gesetzt, sowohl bezüglich der Definition der Tätigkeiten der öffentlichen Akteure, die nur unter Einhaltung der Verfassungs- und Gesetzesprinzipien und bei totaler Transparenz erfolgen können, als auch hinsichtlich der Erwartungen der Bürger gegenüber den Justizbehörden, welche mit dem Schutz der Rechte und Freiheiten des Einzelnen beauftragt sind.

Der MIVILUDES hielt es für seine Pflicht, die Arbeiten der parlamentarischen Untersuchungskommission „Sekten und Minderjährige : gestohlene Kindheit“ (Les sectes et les mineurs : l’enfance volée) einzubeziehen, welche unter dem Vorsitz von Herrn Georges Fenech im Dezember 2006 in einem Bericht veröffentlicht wurden. Der Ausschuss hat die fünfzig im besagten Bericht enthaltenen Empfehlungen verfolgt und berichtet im vorliegenden Dokument über die bereits ergriffenen und die noch vorgesehenen Maßnahmen und gegebenenfalls über die Gründe der Nichtberücksichtigung bestimmter Vorschläge.

Im Vordergrund stehen Fragen zur Gesundheit, da es offensichtlich scheint, dass dieser Bereich zu den dreien zählt, neben der Weiterbildung und der Wirtschaft, in denen neue Doktrinen wuchern, neue Lehren, die oft vom Zielpublikum als allgemein risikobeladen empfunden werden, insbesondere hinsichtlich des Sektenrisikos. Natürlich begründet allein dieser letzte Aspekt das Interesse des MIVILUDES an diesen Bewegungen.

Zwecks Einkreisung des Sektenrisikos und Einschätzung der Ausdehnung der Schäden in der Welt der Wirtschaft wurden Mechanismen der Einflussnahme und zwei Praktiken untersucht, die „systemische Konstellation“ und das „Multi Level Marketing“, da es hierzu im Laufe des vergangenen Jahres zahlreiche Anfragen gab. Gegenstand der Untersuchung war, inwieweit die Nutzung bestimmter Praktiken durch oft selbsternannte Pseudo-Spezialisten ernsthafte Auswirkungen auf das Gleichgewicht der Personen und die Strukturen, in denen sie sich bewegen, haben kann.

Dieser Bericht zieht Bilanz über die Probleme, welche mit der unbestreitbaren Modeströmung der schamanischen Praktiken verbundenen sind, die auf eine meist unkontrollierte Einnahme von halluzinogenen Substanzen zurückgreifen. Nach der Aufnahme des Ayahuasca und des Iboga in die Liste der Betäubungsmittel infolge der durch vorangegangene Berichte hervorgehobenen Risikoeinschätzung, wird sich für 2007 ein Kapitel mit dem Phänomen des Datura, neues Medium der Schamanen, und des damit einhergehenden Potentials an gefährlichen Entwicklungen befassen.

Mehrere Mitglieder des Orientierungsrates des MIVILUDES, insbesondere die Vertreter der Familien- und Bildungseinrichtungen, haben darauf gedrängt, das Phänomen des Satanismus seit der Veröffentlichung des vorhergehenden Berichts aufgrund der neuen Entwicklungen in Frankreich neu zu untersuchen.

In Zusammenarbeit mit den französischen diplomatischen Stellen hat der MIVILUDES letztes Jahr zum ersten Mal einen Vergleich der öffentlichen Politik zur Behandlung der gefährlichen Entwicklungen bei Sekten in den bedeutendsten westeuropäischen und nordamerikanischen Ländern angestrengt. Dieses Jahr wird ein Kapitel den geltenden Rechts- und Verwaltungsvorschriften in den Ländern Zentral- und Osteuropas gewidmet, da diese im Bericht des Jahres 2006 nicht behandelt wurden.

Mehr noch als in den vergangenen Jahren war das Jahr 2007 von intensiver Lobbyarbeit von Seiten der Sektenbewegungen und ihren Satelliten gekennzeichnet. Erneut zeigte sich die Tendenz der Sektenbewegungen zur Entwicklung von Aktionen zur Paralysierung der mit der Überwachung und Bekämpfung von gefährlichen Entwicklungen bei Sekten beauftragten Behörden. Es musste festgestellt werden, dass die angewandten Strategien zur Einflussnahme erschreckend wirksam waren und dass ihre Fähigkeit, tatsächliche Situationen umzudrehen genauso ausgeprägt ist wie ihre Raffiniertheit bei der Rekrutierung von Anhängern. Ein Kapitel dieses Berichts befasst sich mit dem Beispiel ihrer Aktionen im Rahmen der Arbeiten der OSZE.

Schließlich hat jede Behörde, welche Mitglied im Exekutivausschuss zur operativen Steuerung des interministeriellen Ausschusses Mitglied ist, die Möglichkeit erhalten, ihren eigenen jährlichen Tätigkeitsbericht vorzulegen, um somit den Leser besser über die geleistete Arbeit auf Ebene der einzelnen Ministerien informieren zu können. Diese Beiträge beleuchten konkret die Wirklichkeit der im Laufe der vergangenen Jahre angesprochenen Besorgnisse und informieren über die 2005 und 2006 angekündigten Entwicklungen.

Seinerseits erstattet der MIVILUDES Bericht über seine Tätigkeit innerhalb der durch die Gründungstexte festgelegten Bereiche : Information, Weiterbildungsseminare, Überwachungszellen auf Departement-Ebene, internationale Maßnahmen, Beziehungen zu Familienschutzvereinigungen, Treffen mit den Verantwortlichen von Bewegungen, welche den Kontakt mit öffentlichen Behörden gesucht haben, usw.

Die intensive Arbeit und die Bemühungen des Jahres 2007 sollen dazu gedient haben, dass die Opfer und ihre Familien bei den Schwierigkeiten, die sie durchleben, dessen versichert sein können, dass sie angehört, respektiert und begleitet werden.

Die Führungskräfte des MIVILUDES sowie viele andere Verantwortungsträger innerhalb der Politik, der Vereine und der Verwaltung mussten ebenfalls viel Zeit damit verbringen, alle möglichen Angriffe abzuwehren, insbesondere juristischer Art, die sie einschüchtern, ihre Tätigkeiten paralysieren und sie selbst auf der nationalen oder internationalen Ebene in Diskredit bringen sollten. So störend diese Belästigungen auch gewesen sein mögen, sie haben in keinster Weise die Entschlossenheit all derer mindern können, die sich völlig uneigennützig für die Anerkennung der Schäden bemühen, welche die Opfer und ihre Familien erleiden mussten.

Diese Letzteren sollen wissen, dass die staatlichen Kräfte, welche im Orientierungsrat des MIVILUDES vertreten sind und dessen Tätigkeit sie kontrollieren und unterstützen, nicht die Absicht haben, die Prinzipien der Republik aufzugeben, sondern stets darauf achten werden, dass die Sicherheit der Schwächsten angesichts von Machenschaften, die meistens einzig und allein aufgrund von Gewinnsucht und der Suche nach absoluter Beherrschung des Individuums betrieben werden, gewährleistet wird.


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